Dauer: in der Regel zwei Jahre
Umfang: 120 CPs
AbsolventInnen des Master of Arts in Musikpädagogik (MA MP) Musiktheorie vermitteln Musiktheorie im Privatunterricht, an Musikschulen und an Musikhochschulen. Da InstrumentalistInnen und SängerInnen immer höheren Ansprüchen genügen müssen, die nicht nur instrumentaler/vokaler, sondern auch reflektorischer Art sind, werden hier hochqualifizierte Lehrkräfte ausgebildet, die diesen Teil der musikalischen Bildung sowohl im Laienbereich anlegen als auch im Bereich der Berufsausbildung auf ein dem Berufsbild der Studierenden angemessenes Niveau bringen können.
Ausbildungsziele
Der Studiengang MA MP Musiktheorie ist stark auf die spätere Unterrichtspraxis als LehrerIn für Musiktheorie ausgerichtet. Deshalb haben neben der intellektuell-reflektorischen Ebene, die auch Aspekte der Forschung einbezieht, die handwerklich-praktische Ebene (Schreiben von Stilübungen und kleineren Kompositionen, Partiturspiel, Improvisation) und die Ebene des Vermittelns und des Präsentierens in Wort und Schrift grosses Gewicht.
- umfassende Kenntnis verschiedener historischer und zeitgenössischer Kompositionstechniken und wichtiger Werke aus allen Epochen;
- Fähigkeit, Stilübungen anspruchsvoller Werkgattungen, Instrumentationen sowie detaillierte Analysen schwieriger und komplexer Werke anzufertigen;
- eigene kompositorische Erfahrungen;
- Fähigkeit, musiktheoretische Fragestellungen am Klavier darzustellen;
- Fähigkeit, Musiktheorie auf hohem Niveau zu rezipieren, sprachlich zu formulieren und auf Musikschul- wie auf Hochschulebene weiter zu vermitteln.
Zulassungsbedingungen
- Abgeschlossener Bachelor of Arts in Musik
- Absolvierte Mastervorbereitung Musikpädagogik oder pädagogische Eignungsabklärung*
- Nachweis genügender Kenntnis der deutschen Sprache, Minimum Stufe B1 („Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen“); die Anordnung eines kurzen Sprachtests zu Beginn des Studiums bleibt vorbehalten.
- Bestandene Aufnahmeprüfung, genügend freie Plätze in einer Klasse
* Die pädagogische Eignungsabklärung wird aufgrund eines Vorgesprächs definiert und richtet sich nach den individuellen Vorkenntnissen der KandidatInnen.
Eingangskompetenzen
- Grundlegende theoretische und praktische Kenntnisse verschiedener Satz- und Kompositionstechniken;
- gute Fähigkeiten in Generalbass- und Grundkenntnisse in Partiturspiel;
- falls kein BA in Musiktheorie an der HSM Basel erworben wurde: Nachweis des Leistungsstandes eines überdurchschnittlichen Abschlusses in Gehörbildung;
- Grundkenntnisse im Umgang mit wissenschaftlicher Literatur;
- Vorlegen von anspruchsvollen Stilkopien und einer schriftlichen Analysearbeit;
- fortgeschrittenes Klavierspiel;
- Befähigung, sich mit Musik auf sprachlich gehobenem Niveau reflektierend auseinander zu setzen und diese kulturgeschichtlich bzw. gesamtgesellschaftlich einzuordnen;
- Befähigung, Musikwerke selbständig und umfassend zu analysieren und die Ergebnisse angemessen zu präsentieren.
Detaillierte Informationen zur Aufnahmeprüfung (Beschreibung des Prüfungsablaufs, Beispielaufgaben, Anmeldeformular) finden Sie unter Administratives>MA Musikpädagogik.
Lehrinhalte und Curriculum
Die Lehrinhalte des MA MP Musiktheorie sind in fünf Fächerbereichen organisiert.
Der Kernbereich ist mit 56 CP am umfangreichsten; naturgemäss sind auch die Fächer im Bereich Theorie inhaltlich eng mit dem Hauptfach verbunden.
Der Bereich Pädagogik umfasst 21 CP; der Bereich Kontext (8 CP) ist ein gebundener Wahlbereich, alle übrigen Bereiche sind Pflicht.
Eine Verbindung mit einem Minor Komposition ist möglich und erfordert wegen vieler Synergien zum Curriculum nur wenige zusätzliche CPs.
Kernbereich
Den Kern des Studiums bildet der Einzelunterricht im Hauptfach, der – einer bewährten Basler Tradition folgend – von zwei verschiedenen Lehrkräften erteilt wird. Er umfasst sowohl die praktische Arbeit an kontrapunktischen Studien und Stilkopien als auch die Analyse von Musik verschiedener Epochen, das Studium von Schriften zu Harmonielehre und Satztechniken sowie eigene Forschungsansätze der Studierenden. Im Kompositionsunterricht werden kompositorische Erfahrungen vermittelt; das Kolloquium Komposition/Musiktheorie dient als Forum für Lehrkräfte und Studierende, die hier ihre aktuellen Arbeiten präsentieren.
Der musiktheoretische Teil des Masterprojekts trägt dem reflektorisch-vermittelnden und dem praktischen Aspekt gleichermassen Rechnung: mit einem öffentlichen Vortrag zu einem aus der Auseinandersetzung mit der Musiktheorie oder deren Vermittlung gewonnenen Thema; mit einer umfangreichen schriftlichen Arbeit, die analytischen oder wissenschaftlichen Charakters sein kann; schliesslich mit einem Portfolio, welches die während des Studium entstande-nen Arbeiten enthält.
Theorie
Im Bereich Theorie zieht sich die Analyse als Kernfach, begonnen bereits im BA Musiktheorie, durch das ganze Studium. Ausserdem setzen sich die Studierenden mit Notation auseinander, sowohl reflektorisch als auch praktisch im Rahmen der Instrumentation. Ein Einblick in die elektronische Organologie ist ebenfalls obligatorisch. Das eigenständige Studium von Repertoire (Werke und Schriften) wird erwartet und entsprechend kreditiert.
Praxis
Da das Klavierspiel für die Unterrichtstätigkeit einer Lehrkraft für Musiktheorie von zentraler Be-deutung ist, wird es sowohl mit künstlerischem Klavierunterricht als auch mit Partiturspiel geför-dert; wer bei Beginn des MA-Studiums noch keine Gehörbildung auf Hauptfachniveau abge-schlossen hat, kann diese jetzt absolvieren. Wert gelegt wird auch auf die Improvisation, wo sowohl freie als auch stilistisch gebundene Formen im Angebot sind – hier sei besonders auf die Möglichkeiten der Abteilung Jazz und der SCB hingewiesen.
Kontext
Der Bereich Kontext setzt als gebundener Wahlbereich einen inhaltliche Rahmen, innerhalb dessen die Studierenden gemäss den eigenen Schwerpunkten weitere Kurse belegen, beispielsweise eine vertieftere Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Elektronik oder durch Angebote im Bereich Kommunikation. Ausdrücklich gewünscht wird, dass auch die Veranstaltungen des Musikwissenschaftlichen Instituts Berücksichtigung finden; sollte die Ge-schichte der Musiktheorie noch nicht besucht worden sein, so ist sie hier zu belegen.
Pädagogik
Hier erfolgt die konkrete Vorbereitung auf die spätere Lehrtätigkeit durch Kurse in Allgemeiner Didaktik und Pädagogischer Psychologie, Unterrichtspraktika und vor allem in Fachdidaktik/Methodik Musiktheorie, wo die Vermittlung des musiktheoretischen Stoffes an SchülerInnen verschiedener Stufen reflektiert und geübt wird; die Reflexion über das Unterrichten spiegelt sich in den schriftlichen Arbeiten wider, die im Rahmen des pädagogischen Teils des MA-Projekts anzufertigen sind.

Präsentation der kreativen Arbeit der Studierenden
Den Studierenden der Studiengänge Komposition und Musiktheorie werden für die Präsentation ihrer Arbeit verschiedene Foren geboten; zunächst zu nennen ist hierbei das Kolloquium Komposition/Musiktheorie, das in Verbindung zum Interpretationsforum und zum colloquium 48 – beides Veranstaltungen der Abteilung Forschung und Entwicklung – ein Podium zur Präsentation der aktuellen Arbeiten bietet.
Die Präsentationsteile der MA-Projekte nicht nur Prüfungen, sondern öffentliche Veranstaltungen, in denen die Studierenden ihre Arbeit vorstellen können.
Weitere Informationen zum Studiengang MA MP Musiktheorie finden Sie im aktuellen Studienverzeichnis, das Sie unter "Administratives" als PDF-Dokument herunterladen können. Es enthält neben den vollständigen Curricula auch einen Katalog der Pflicht- und Wahlfächer.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Studiengangsleiterin MA Musikpädagogik, Katharina Gohl Moser (katharina.gohl@mab-bs.ch), oder die Studiengangsleiterin MA Komposition und Musiktheorie ad interim, Elke Hofmann (elke.hofmann@mab-bs.ch).
Hauptfachlehrkräfte Musiktheorie:
Prof. Balz Trümpy
Prof. Dr. Jakob Ullmann
Prof. Qiming Yuan