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Basler Sommerakademie für Orgel:

Kurs-Informationen Jörg-Andreas Bötticher

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1. Orgelmusik der Renaissance in Basler Quellen

Ort: Predigerkirche, Schwalbennestorgel

Werkauswahl: Johannes Buchner, Tabulaturen aus dem Besitz von Bonifacius Amerbach, Samuel Mareschall, Woltz-Tabulaturen 1617

An der Wende zum 16. Jahrhundert erlebt die deutsche Orgelkunst eine erste grosse Blüte. Mit der Entwicklung der Mehrstimmigkeit in der Musik werden neue Instrumente gebaut, entstehen Vokalkompositionen, die von den Organisten sofort auf ihre Orgeln übertragen werden. Sie werden aus der separaten Stimmennotation in eine Orgelspielpartitur gesetzt, "intabuliert". Dabei bilden sich auch eigenständige Spielfloskeln und -techniken aus. In der Epoche von 1490–1540 kann man die Entwicklung dieser Kunst am besten an der oberrheinischen Orgelmusik beobachten. Die bis anhin göttliche Musik wird durch die neue Grifftechnik auf dem Tasteninstrument "begreifbarer" und damit menschlich fassbarer. In Basel sind rund um den Mäzen Bonifacius Amerbach wichtige und umfangreiche Quellen mit Orgelmusik aus dieser Zeit entstanden, die heute noch in der Universitätsbibliothek erhalten sind.

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2. Französische Orgelmusik um 1700

Ort: Silbermannorgeln der Predigerkirche und der Leonhardskirche

Werkauswahl: Orgelsuiten von Guillaume-Gabriel Nivers, Nicolas De Grigny, François Couperin und Louis-Nicolas Clérambault

In der klassischen französischen Orgelmusik um 1700 beobachten wir eine erstaunliche Typisierung und Standardisierung der einzelnen Orgel-Mess-Sätze. Die meisten Komponisten scheinen ihre Sätze wie Plein Jeu, Basse de Trompette, Récit, Grand Jeu etc. auf der Grundlage feststehender Charaktere komponiert zu haben. In zahlreichen Vorworten zu den Livres d'orgues sind darüberhinaus entscheidende, bisweilen nahezu identische Informationen zur Ausführung der Werke zu finden. In diesem Seminar geht es um eine Einführung in die wichtigsten Elemente dieses Stiles wie mouvement (Charakter und Tempo), Registrierung, Verzierungen, inégalité. Dazu bieten die beiden restaurierten Orgeln der elsässischen Silbermannschule ideale Bedingungen.

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